Kinderosteopathie

Kinderosteopathie

Liebe Eltern ,

um Ihnen zusätzliche Informationen über Kinderosteopathie zu verschaffen, die Sie in Ruhe zu Hause studieren können, habe ich ein kleines Scriptum erstellt. Ich wünsche ihnen eine angenehme Lektüre. Osteopathie ist eine ganzheitliche Richtung der Medizin. Entwickelt hat sie der amerikanische Arzt Dr. Andrew Taylor Still vor nahezu 100 Jahren. Seit den 60er Jahren dieses Jahrhunderts ist Osteopathie in den USA eine Hochschulausbildung, gleichberechtigt mit dem normalen Medizinstudium. In Europa sind diese Ausbildungen, die noch keinen Hochschulcharakter haben, in unterschiedlichen Ländern (Holland, Belgien, England, Frankreich) offiziell anerkannt.

In Deutschland ist die Behandlungsmethode sowohl bei Ärzten, die meistens ein postgraduiertes Studium oder bei den Physiotherapeuten, die eine zwischen 5-7 Jahre dauernde Ausbildung absolvieren, noch nicht offiziell anerkannt. Dadurch werden die Kosten für die osteopathische Behandlung von den Krankenkassen nicht oder nur sporadisch getragen. Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Therapieform, bei der strukturelle Bestandteile unseres Körpers, also Knochen, Muskeln, innere Organe, Nervensysteme und Bindegewebe in eine Wechselbeziehung zueinander stehen. Solange dieses Zusammenspiel funktioniert, ist unser Organismus gesund. Durch traumatische Ereignisse, wie z.B. Probleme in der Schwangerschaft, schwere Geburt , Stürze (auch vom Wickeltisch ), Unfälle , schwere Infektionen, kann das Gleichgewicht zwischen den genannten Systemen unseres Körpers gestört werden . Die Folgen sind zuerst Funktionsstörungen der einzelnen oder mehrerer Systeme des Organismus, die sich mit Verspannung, Schmerzen, häufigen Blockierungen der Gelenke, Störung des vegetativen Nervensystems zeigen.
Dabei entwickeln sich die Krankheitssymptome nicht unbedingt nur an den unmittelbar betroffenen Körperteilen, sondern auch an anderen Stellen. Über Bänder , Nervenstränge und Bindegewebe , die Knochen , Muskeln und innere Organe miteinander verbinden , wird die Spannung auf mehrere oder nur auf einzelne Körperteile übertragen , z.B. kann eine Verspannung des Zwerchfells sich direkt auf die Leber , den Magen und die Lunge , aber auch indirekt über Nervenstränge auf die Halswirbelsäule verbreiten .

Die Osteopathie konzentriert sich deshalb nicht auf einzelne Symptome, sondern versucht, die Vielfalt der Symptome miteinander zu verbinden. Dazu benötigt man eine ausführliche Anamnese (Befragung) und genaue Untersuchung mit den Händen, um die Mobilitätsverluste (Beweglichkeit) der Organe, Muskeln, Gelenke und Bindegewebe zu ertasten. Bei Babys und Kleinkindern findet man oft die Störungen am Schädel, Hals und im Bauchbereich. Die Funktionsstörungen entstehen bei Babys entweder vor der Geburt, z.B. durch vorzeitige Wehen, durch Wehen, durch Enge im Mutterleib oder während der Geburt, wo der Kopf auf dem Weg durch den Geburtskanal stark zusammengepresst wird. Besonders häufig passiert das bei Frühgeburten , wo die Schädelknochen noch weniger entwickelt sind und das Becken der Mutter durch das Fehlen von besonderen Hormonen noch nicht auf das Dehnen bei der Geburt vorbereitet ist . Durch den manchmal sehr starken Druck im Geburtskanal verschieben und verformen sich die weichen Schädelknochen, sodas an einer oder mehreren Stellen Druck auf das Nervensystem und die Gefäße
entsteht. Das kann zu unterschiedlichen Symptomen, abhängig vom Alter, führen.

Im Säuglingsalter können Blähungen , Unruhe , Saugprobleme , Schlafprobleme , Verstopfung des Tränenkanals , Überstreckung des Kopfes , Verstopfung oder Durchfall , Spucken , motorische Verzögerung , Säuglingsskoliosen oder andere Körperasymmetrien entstehen . Bei Kleinkindern findet man dann Entwicklungsverzögerungen, Sprachprobleme, häufige Mittelohrentzündungen, Schnupfen, Schielen, Gleichgewichtsstörungen und Hyperaktivität.

Bei Schulkindern sind Konzentrationsschwächen, Lernschwächen, Verhaltensstörungen und Kopfschmerzen als mögliche Folgen der genannten Funktionsstörungen zu beobachten. Das Beschwerdebild gleicht den Symptomen des KISS- Syndroms. Beim KISSSyndrom betrachtet man aber als Hauptursache der Dysfunktion eine Bewegungsstörung im Halswirbelsäulenbereich. In der Kinderosteopathie betrachtet man, wie oben erwähnt, die Funktionsstörungen im gesamten Körper und im Schädel als Hauptursache des o.g. Krankheitsbildes. Im Gegensatz zur KISS-Syndrom-Therapie führt man bei der Osteopathie keine manipulative Therapie an der Halswirbelsäule durch, wodurch dem Kind eine hierfür notwendige Röntgenaufnahme der Halswirbel erspart bleibt. Dadurch das die Strahlenbelastung durch die Röntgenaufnahme entfällt und die Behandlungsgriffe sehr schonend sind, kann man die Therapie beliebig früh, also auch sofort nach der Entbindung durchführen. Um die Störungen zu beheben, benutzt man sanfte Griffe (Druck zwischen 20 bis 50 Gramm) gegen den Schädelbereich (entwickelt von dem amerikanischen Osteopathen Sutherland). Durch diese besonderen Griffe beseitigt man die Verformungen und Verschiebungen der Schädelknochen , was auch zur Entspannung des Gehirns , der inneren Organe und des Bindegewebes führt , mit der Folge , dass das Gleichgewicht zwischen den einzelnen Systemen sich normalisiert .

Es wird auch mitunter durch eine andere Belastung, wie z.B. Elektrosmog, Schwermetalle, Lösungsmittel oder auch Lebensmitteltunverträglichkeit, das Erreichen des Zusammenspiels der Systeme deutlich erschwert oder ganz unmöglich gemacht. Manchmal ist bereits durch 2 osteopathische Behandlungen in Abständen von 2 Wochen , in anderen Fällen jedoch erst nach mehreren Behandlungen , absehbar, ob die Osteopathie erfolgreich ist .Es könnte aber sein , dass die Krankheitssymptome , die sie veranlassten das Kind in unserer Praxis vorzustellen , sich nach der ersten Behandlung vollständig zurückbilden . Trotzdem ist es notwendig, eine von uns empfohlene Kontrolluntersuchung wahrzunehmen , da trotz Rückgang der Symptome noch Störungen bei dem Kind verblieben sein könnten , die zu einem späteren Zeitpunkt ein anderes Krankheitsbild hervorrufen können .

Es kann auch gelegentlich durch die osteopathische Behandlung in den ersten 2 Tagen nach der Behandlung eine Steigerung der vorher bestehenden Symptome eintreten. Dies ist ein normaler physiologischer Vorgang, der Sie nicht beunruhigen soll. Falls aber diese Verstärkung der Symptome länger als 2 Tage andauern sollte, bitten wir um erneute Vorstellung in unserer Praxis. Auch das Auftreten von neuen Symptomen unmittelbar nach der Behandlung oder erneutes Auftreten der Probleme nach 2-3 Tagen Besserung sind Gründe zur vorzeitigen Vorstellung des Kindes.

Ansonsten ist die Behandlungssequenz in Abständen von ca. 2-4 Wochen völlig ausreichend. Allerdings muss die Behandlung bei zusätzlichen Belastungen mit diätetischen Maßnahmen, Entgiftungen oder auch psychischen Therapien unterstützt werden. Wir hoffen, dass dieses Informationsskriptum für Sie ausreichende Informationen enthält. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an uns.

Patienten müssen oft selbst bezahlen

Wer sich in Osteopathische Behandlung begibt, muss die entstehenden Kosten in der Regel selbst übernehmen. Als Kassenleistung ist die Osteopathie zurzeit nicht vorgesehen. Es kann jedoch  orkommen, dass gesetzliche Kassen auf lokaler Ebene mit einzelnen Therapeuten Vereinbarungen treffen .Bei Privatversicherten sind die Chancen auf Kostenerstattung entschieden größer  Dennoch ist es ratsam, sich vor Therapiebeginn genau nach den Zahlungsmodalitäten zu erkundigen. Der Stundensatz der Therapeuten schwankt je nach Qualifikation zwischen 30 und 130 EUR.  er Erstbesuch dauert inklusive Diagnose ca. 1/2 Stunde, bei den folgenden Terminen kommt man oft mit 15 – 25 Minuten aus. Mit einer einzigen Behandlung ist es nur in Ausnahmefällen getan.
Drei bis fünf Sitzungen im Abstand von 2-4 Wochen sind üblich, längere Therapiereihen und eventuell eine Nachbehandlung nach mehreren Monaten können bei hartnäckigen Beschwerden sinnvoll sein.

Copyright 2000-2006 Christoph Rys Arzt f. Orthopädie , Rheumatologie , Chirotherapie , physikalische Therapie ;
Meppen.& Christian Chambon – Bergeron , Osteopath, Physiotherapeut , Manualtherapeut ; Albert-Einst-Str. 6, 76829 Landau.,
Mitglied der Deutschen Akademie für Osteopatische Medizin e.V.
Mitglied des Verbandes Physikalische Therapie.